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Bundesgericht verschafft dem Volkswillen Respekt

Der Wille von Volk und Ständen erhält mit den heutigen Leiturteilen zur Anwendung der Zweitwohnungsinitiative durch das Bundesgericht Respekt. Die Urteile weisen die Kantone und Gemeinden, die weiterhin Baubewilligungen für Zweitwohnungen erteilen, in die Schranken. Zudem stärkt das Bundesgericht mit seinen wegweisenden Urteilen das Verbandsbeschwerderecht der Umwelt-, Natur- und Heimatschutzverbände.

Mit seinen heutigen Leiturteilen hat das Bundesgericht bewiesen, dass es den hohen Stellenwert des Volkswillens in der Schweizer Demokratie respektiert. Es unterstreicht, dass die Bundesver-fassung über den Begehrlichkeiten einzelner Gemeinden und Kantone steht. Klar formulierte Initiativtexte werden unmittelbar durch die Annahme von Volk und Ständen Teil der Verfassung und sind direkt anwendbar, auch ohne Ausführungsgesetz.

An den Urteilen ist ausserdem zu würdigen, dass das Bundesgericht das Verbandsbeschwerderecht der Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzverbände in Bundesaufgaben bestätigt und stärkt. Diese Aufgaben müssen nicht explizit im Umweltgesetz (UWG) oder im Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) aufgeführt sein, sondern lassen sich auch direkt aus Verfassungsbestimmungen ableiten.

Das Schweizer Stimmvolk hat sich am 11. März 2012 klar für eine strikte Beschränkung des Zweit-wohnungsbaus entschieden. Die entsprechende Verfassungsbestimmung könnte deutlicher nicht sein. Die Initianten von Helvetia Nostra begrüssen, dass das Bundesgericht die direkte Anwend-barkeit der neuen Verfassungsbestimmung nun bestätigt hat.

Die Leiturteile des Bundesgerichts betreffen eine grosse Mehrheit der über 2200 Bauvorhaben, gegen die Helvetia Nostra zwischen dem 11. März und dem 31. Dezember 2012 Einsprache erhoben hat. Natur und Landschaft in den touristischen Gebieten werden nun vor Überbauung und Verschandelung verschont. Das Bundesgericht beweist damit seinen grossen Respekt vor dem Willen der Schweizer Bevölkerung, die touristischen Gebiete der Schweiz vor dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen zu schützen.

Helvetia Nostra begrüsst den Weitblick des Bundesgerichts und bedauert gleichzeitig, dass Behörden auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene sowie Bau- und Wirtschaftsverbände die Umsetzung des Volkswillens seit dem 11. März 2012 torpedieren. Helvetia Nostra fordert, dass die neue Verfassungsbestimmung nun unverzüglich und ohne Abstriche durch Gemeinden, Kantone und Bund angewandt wird.

Helvetia Nostra porte pour la première fois le contentieux des résidences secondaires devant la Cour suprême

Helvetia Nostra a recouru hier contre le premier arrêt rendu en la matière par le Tribunal cantonal valaisan. Celui-ci déniait à Helvetia Nostra la qualité pour recourir et considérait au surplus que l’article constitutionnel adopté le 11 mars 2012 ne serait directement applicable que dès le 1er janvier 2013.

Helvetia Nostra attend du Tribunal fédéral qu’il rende un arrêt de principe sur ces deux questions. Elle considère que la qualité pour recourir doit lui être reconnue en raison du fait que l’art. 75b Cst. a pour but de ménager l’aspect caractéristique des paysages et qu’il constitue une norme d’intérêt général visant à en préserver l’intégrité. A son avis, le souverain a exprimé le 11 mars sa volonté de faire de l’interdiction de la construction de nouvelles résidences secondaires une tâche fédérale, de telle sorte qu’Helvetia Nostra est habilitée à recourir contre les décisions violant cette interdiction. En outre, elle doit en tous cas se voir reconnaître la qualité pour agir en raison du fait qu’à travers Franz Weber, son président, à l’origine de l’initiative, elle a un intérêt digne de protection à pouvoir obtenir un jugement du Tribunal fédéral tranchant la question controversée de l’application dès le 11 mars de l’interdiction stipulée que chacun appelle aujourd’hui la « lex Weber ». On rappelle que le Conseil fédéral lui-même considère dans son rapport explicatif concernant l’ordonnance que l’art. 75b al. 1er Cst. est directement applicable.

Helvetia Nostra entend stopper l’explosion des permis de construire déposés à la pelle depuis la votation en violation de la décision du souverain qui en a souhaité l’arrêt immédiat. Ce sont 1'600 demandes de permis de construire au moins dans toute la Suisse qui seront concernées par l’arrêt de principe que rendra le Tribunal fédéral.

Helvetia Nostra a également requis le Président de la Ière Cour de droit public de prononcer l’effet suspensif et formera une requête similaire s’agissant des innombrables décisions rendues particulièrement par le Tribunal cantonal valaisan depuis le début de cette semaine, comme elle le fera à l’encontre de l’arrêt de principe rendu par le Tribunal cantonal vaudois récemment.

Einsprachen: Gesuche für Baubewilligungen für neue Zweitwohnungen

Helvetia Nostra lädt Bürgerinnen und Bürger, die missbräuchliche Gesuche für Baubewilligungen für neue Zweitwohnungen beobachten dazu ein, Einsprache gegen die Erteilung dieser Baubewilligungen zu erheben. Einen Musterbrief finden Sie hier.


Wir danken Ihnen für die Zusendung einer Kopie Ihrer Einsprache sowie der Antwort auf Ihre Einsprache (bei Erhalt) an die folgende Email Adresse: ffw@ffw.ch

Dringender Appell von Franz Weber an den Bundesrat

Trotz Annahme der Initiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» ist die uferlose Betonierung unserer Landschaften, Städte und Dörfer ins Masslose gestiegen. Trotz Annahme der Initiative durch Volk und Stände wird der Volkswille kaltblütig übergangen. Promoter und Spekulanten haben das Sagen, als stünde in unserer Verfassung : «Wir wollen sein ein einzig Volk von Betonmischern, Spekulanten, Landschaftsvernichtern und Profitjägern!»

Weit über tausend Einsprachen und Rekurse gegen widerrechtliche Baugesuche mussten wir seit dem 11. März 2012 (Tag der Annahme unserer Initiative) in fieberhafter Tag- und Nachtarbeit redigieren und einreichen (Wallis 1150; Graubünden 120; Bern 85; Waadt 80). Mehr als zweihunderttausend Franken mussten wir als Vorschuss für Gerichtskosten hinblättern !

Seit wann, ich stelle die Frage, kann in unserem Land der Volkswille derart krass und widerrechtlich übergangen werden ? Seit wann ist bei uns ein Volksentscheid nichts mehr wert ? Seit wann kann bei uns gegen geltendes Recht gebaut werden ? Sind es Promoter und Spekulanten, unterstützt von willfährigen Behörden, die unser Land regieren? Dorf um Dorf, Stadt um Stadt wird vor unseren Augen mit stereotypen Kisten-, Klotz- und Schachtelbauten für maximale Rendite verschandelt, Landschaft um Landschaft erstickt im Beton !

Ich richte deshalb den dringenden Appell an die Landesregierung und an alle Landsleute: Hört meinen Schrei ! Es geht um die letzten noch einigermassen intakten Landschaften und Ortsbilder der Schweiz !

Im Namen aller heimatverbundenen Schweizerinnen und Schweizer rufe ich den Bundesrat auf, unverzüglich einzuschreiten, um dem klar ausgedrückten Volkswillen endlich Nachdruck zu verschaffen, wie es seine Aufgabe ist und seine Pflicht.

Franz Weber an Bundesrätin Doris Leuthard: Der Bundesrat muss endlich gegen die laufende Landschaftszerstörung handeln!

Seit der Annahme der Initiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» am 11. März 2012 hat Helvetia Nostra bereits gegen 934 verfassungswidrige Baugesuche für neue Zweitwohnungen in Gemeinden mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen Einsprache erhoben.

Per Fax, Email und eingeschriebenem Brief hat sich heute Franz Weber, Präsident von Helvetia Nostra, mit nachstehendem Schreiben an die Vorsteherin des UVEK, Bundesrätin Doris Leuthard, gewandt.

Brief an Frau Bundesrätin Doris Leuthard (PDF, 184 KB)